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Zwischen den Jahren


Welcher Teufel hat mich heute Morgen geritten, als ich mich spontan entschlossen habe „zwischen den Jahren“ in die Stadt zum Bummeln zu fahren? Irgendwie habe ich wohl völlig verdrängt, dass gerade an diesen Tagen ohnehin alle unterwegs sind um ihre Socken-, Krawatten- und sonstige Fehlgeschenke zu tauschen und um den leer gegessenen Kühlschrank wieder zu beleben. Von meiner jüngsten Tochter habe ich mich dann auch noch breitschlagen lassen, sie mitzunehmen und sie thront mit fröhlich leuchtenden Augen in ihrem Kindersitz hinter mir. Sie lässt die Hektik, die mich schon auf der Fahrt in die Innenstadt angesichts des dichten Straßenverkehrs erfasst, vollkommen kalt. Erst im dritten Parkhaus finde ich einen der anscheinend heute heiß begehrten Parkplätze und beginne zu erahnen, was mich wohl in den Kaufhäusern erwarten wird. Auf dem Weg in die Fußgängerzone hüpft meine Tochter fröhlich neben mir her. Sie hat sich von ihrem „Weihnachtsgeld“ etwas mitgenommen und schwärmt mir schon in den höchsten Tönen vor, dass sie sich davon ein neues Spiel für ihren Gameboy kaufen will. Ich habe dagegen ganz andere Dinge im Kopf. Weihnachtsgeschenke waren dünn gesät in diesem Jahr und auch mein Mann meinte lapidar:

„Schatz kauf’ dir selbst was Nettes, hier hast du das Geld dafür.“

Was Nettes?! Spontan war mir da „nette“ Unterwäsche in den Sinn gekommen. Und genau das habe ich mir auch für heute vorgenommen. Meine Dessous im heimischen Nachttisch sind nicht mehr die neuesten, obwohl ich die zarte Spitze und das angenehme Gefühl der Verruchtheit, die verwegen geschnittene Wäsche in mir auslöst, so liebe.

 

Um die nötige Ruhe für meinen Einkauf zu bekommen, beschließe ich zunächst den Wunsch meiner Tochter nach einem neuen Spiel zu erfüllen. Die Gänge des Spielwarengeschäfts sind eng und die Menschen wuseln nur so. Viele tragen voll bepackte Tüten mit Feuerwerk hinaus. Andere streifen, wie wir durch die die mit Spielsachen prall gefüllten Regale. Endlich haben wir im 3. Stock die Ecke mit dem Gameboyspielen erreicht und meine Tochter strebt zielbewusst auf eine knallbunte Packung, die mit vielen anderen an einer überdimensionalen Pinwand befestigt ist, zu.

„Mama, schau mal ich hab’s gefunden, dieses Spiel möchte ich schon soooooo lange.“

Stirnrunzelnd schau ich auf das Preisschild. Knapp 40 € für ein Spiel erscheint mir doch ein bisschen viel zu sein. 25€ hat sie selbst in ihren Geldbeutel eingepackt. Nun ja, ich werde ihr den Rest, der ihr fehlt dazu geben. Sie schwärmt mir schon wochenlang davon vor und Weihnachten ist schließlich nur einmal im Jahr.

Stolz trägt sie die kunterbunte Plastiktüte mit dem Emblem des Spielwarengeschäfts vor sich her.

Nun kann ich meinen Wunsch in aller Ruhe ins Auge fassen. Ich beginne zwar eine leise Vorstellung davon zu bekommen, dass in den anderen Kaufhäusern hier mitten in der Stadt mindestens genauso viel los ist, aber das schreckt mich nun nach den ersten genommenen Hürden, wie Parkplatzsuche und „heiß ersehntes Spiel finden“, auch nicht mehr ab.

 

Dankenswerterweise gibt es in der Kinderabteilung meines favorisierten Kaufhauses eine Betreuungsmöglichkeit, die nicht nur aus einem Fernseher mit wilden Zeichentrickfilmen besteht, sondern auch aus zwei Betreuerinnen, die sich um die Kinder kümmern, so dass ich mich alleine auf die Suche nach einem edlen Spitzentraum machen kann. Meine Tochter verabschiedet sich winkend von mir und bevor ich es mich versehe sitzt sie mit drei anderen Kindern an einem Tisch und schwingt den Malstift.

Mit der Rolltreppe fahre ich zwei Stockwerke nach unten in die Abteilung „Unterwäsche, Schlafanzüge, Nachthemden, Gesundheitswäsche“. Ich lasse meinen Blick über die jeweiligen Stockwerke schweifen. Auch hier wimmelt es nur so von Menschen, die einen mehr oder weniger gehetzten Eindruck machen. Nicht anders sieht es bei den Dessous aus. Ich überfliege kurz die verschiedenen Wäscheständer, um mir einen Überblick zu verschaffen und schiebe mich an ein paar kichernden Teenagern, die in Push- up BHs stöbern, vorbei zu den Korsagen. Schwarze, weiße, rote Spitze, die Standardfarben. Aber ich finde auch weiter hinten andere Farben. Ein warmes Bordeaux, erfrischendes Blau, dunkles Lila. Auf der Suche nach der richtigen Größe drehe ich ein Preisschild um. Oh, nicht gerade billig – egal, das wird mein Mann bezahlen, und ich finde das ganz in Ordnung so -  dafür, dass er selbst den bequemsten Weg mit dem Weihnachtsgeschenk gegangen ist. Ich nehme mir drei verschiedenfarbige Korsagen, suche mir die entsprechenden Strings dazu aus und mit Glück ergattere eine eben freigewordene Umkleidekabine. Meine Kleider finden  Platz auf dem in der Ecke stehenden Hocker und nachdem ich unzählige Häkchen an dem Traum aus dunkellila Spitze geschlossen und meine weiblichen Reize entsprechend verpackt habe, werfe ich einen Blick in den Spiegel.

 

Nicht übel. Ich hatte beinahe ganz vergessen, was für ein Dekolletee ich habe. Mit fliegenden Händen zeihe ich den farblich passenden String über meinen eigenen Slip, was zwar seltsam aussieht aber unzweifelhaft passt. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Spiegelbild, drehe mich mal zur rechten Mal zur linken Seite. Es passiert mir sehr selten, dass schon das erste ausgesuchte Stück wie angegossen sitzt. Trotzdem probiere ich auch noch die beiden anderen Korsagen samt String an. Schwarz ist zwar ansonsten meine Lieblingsfarbe bei Dessous, aber dieses Mal fällt mein Urteil gegen die Farbe oder vielleicht auch eher gegen das Modell aus. Irgendwie zwickt das Teil, mein Busen bekommt durch den Schnitt eine seltsame Form und ich fühle mich auch nicht wirklich wohl darin. Also wieder ausziehen und noch in das Rote geschlüpft.

Zu Hilfe! Ich sehe in dieser Farbe ja völlig blass aus. Die Entscheidung ist gefallen. „Lila Tilla“ kommt mir beim Anziehen in den Sinn…nein nicht rot, rot steht mir nicht bitte lila, bitte lila… schmunzelnd ziehe ich mich weiter an und hoffe, dass ich in der passenden Farbe noch ein paar halterlose Strümpfe finde. Tatsächlich  gibt es sie in allen erdenklichen Farben und ich habe rasch ein passendes Paar gefunden. Der Preis, den die Kassiererin von mir verlangt, hätte mich normalerweise zu einem Ohnmachtsanfall veranlasst – nicht so dieses Mal.

 

Beschwingt eile ich zu meiner Tochter, die mit einigen anderen Kindern noch immer am Maltisch sitzt und mit geröteten Wangen in ein wahres Kunstwerk vertieft ist.

„Och Mensch Mama, ich bin doch noch gar nicht fertig, kannst du nicht noch eine Weile bummeln gehen?“

Eigentlich habe ich jetzt alles besorgt was ich wollte und beschließe einen äußerst niederen Bestechungsversuch zu starten, denn ich habe keine Lust mich noch einmal in die Menschenmengen zu stürzen.

„Schatz sei so lieb, nimm das Bild mit nach Hause und mal’ es dort fertig, wir gehen dafür noch zu Mac essen, ok?“

„Au ja, die haben gerade eine tolle Zugabe zu ihren Menüs, da kann ich meiner Freundin auch gleich noch was mitnehmen.“

Geschafft! Ich weiß, dass das goldene „M“ immer zieht und da ich ohnehin bei einem Besuch in der Stadt nicht darum herum komme, nutze ich es eben ein wenig aus. Solange sie sich anzieht rolle ich ihr Bild vorsichtig zusammen und schiebe es in ihre Tasche mit dem Spiel.

 

Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen, wenn die Straßen und Kaufhäuser schon brechend voll sind – wie wird es erst beim „Amerikaner“ aussehen?! Ich wage kaum daran zu denken, denn ein Blick auf meine Uhr sagt „Highnoon zum Essen“. Schon von außen kann ich mühelos erkennen, dass das Schnellrestaurant mehr als gut besetzt ist. Die Schlangen an den Kassen sind alles andere als kurz und die Tische sind, soweit ich erkennen kann, alle besetzt. Ich beginne schon meine eigene Idee zu verfluchen, als meine Tochter, die wie immer vorausgeeilt ist, mir strahlend entgegenkommt und verkündet:

„Um die Ecke sind noch zwei Plätze an einem Tisch frei, ich habe schon die Frau gefragt wir können uns zu ihnen setzen.“

Zu ihnen… das beinhalten dann wohl, so wie ich meine Tochter kenne, mindestens noch ein Kind am Tisch. Ich beneide sie manchmal um ihre kindliche Unbefangenheit, die sie ohne irgendwelche Probleme auf Menschen zugehen lässt.

Wir biegen um die Ecke und wirklich an dem Tisch sitzt ein Junge mit verstrubbelten Haaren, der sich genüsslich seine Pommes in den Mund schiebt. Gerade als ich Luft holen möchte, um höflich nach zu fragen, ob denn noch frei sei, dreht sich die Frau zu mir um. Mit  einem temperamentvollen Schwung ihres Kopfes fliegen ihre dunklen langen Haare auf den Rücken und ein freundliches:

„Setzen sie sich doch zu uns, wir haben hier noch 2 Plätze frei.“ empfängt mich.

 Lachend bedanke ich mich und nehme natürlich an. Meine Tochter bleibt nach kurzer Rückfrage am Tisch sitzen, sie hat bereits einen Gesprächspartner gefunden und gibt ihren Essenswunsch bei mir in Auftrag. Das Warten in der Schlange erfordert einige Geduld von mir. Wie immer scheine ich mich ausgerechnet an der Kasse angestellt zu haben, an der die langsamste Mitarbeiterin sitzt. Immer wieder blicke ich mich um zu meiner Tochter, um die ich mir aber keine Sorgen zu machen brauche, sie ist beschäftigt. Beim Umdrehen bleibt mein Blick an der Mutter des Jungen hängen. Mit ihren langen Haaren ist sie rein äußerlich gesehen das totale Gegenteil von mir, aber sie hat eine Ausstrahlung, die auf mich schon im ersten gewechselten Satz gewirkt hat und ein unbekanntes Gefühl in mir erweckt.

Irgendwann habe ich es tatsächlich geschafft und zwänge mich mit einem voll beladenen Tablett an den Tisch zurück. Meine Tochter sitzt wie selbstverständlich da und greift immer wieder in die Pommestüte des Jungen und teilt anschließend auch ihre bereitwillig. Schnell sind auch wir beiden Erwachsenen im Gespräch vertieft und unsere Kinder verschwinden nach dem Essen zum Spielen. Wir erzählen uns in rascher Vertrautheit viele auch sehr persönliche Dinge.

 

Nachdem unsere Kinder vom Spielen zurückkommen, verabschiedet sie sich lachend von mir  und nimmt eine Einkaufstüte nach der anderen in die Hand. Meiner Tochter fällt  noch ein, dass sie sehr dringend zur Toilette muss und als wir an unseren Tisch zurückkommen, liegen nur noch unsere Jacken und Tüten da. Wir machen uns auf den Heimweg, es ist viel später geworden als ich gedacht habe. Aber das ist egal – ich habe frei, muss am Abend nicht mehr zur Arbeit und mache mich sehr wohl gelaunt auf die Heimfahrt. Die Menschenmengen erscheinen unbedeutend und auch die autoreiche, zweispurige Bundesstraße kann mir nicht auf die Nerven fallen. Eine sehr angenehme Stimmung hat sich in mir ausgebreitet. Erst später an diesem Tag werde ich dahinter kommen welchen Grund sie hat.

 

Bedingt durch die Verspätung erwartet mich mein Mann bereits und ist neugierig, was ich mir denn nun geleistet habe.

„Etwas sehr edles, möchtest du es gleich sehen oder erst am lebenden Objekt bewundern?“

Mein Mann steht einmal wieder auf der Leitung und weiß mit meiner Anspielung überhaupt nichts anzufangen, obwohl ich ihm am Morgen noch erzählt habe, dass ich mir von seinem Geld „nette“ Unterwäsche kaufen werde, schaut er mich nur mit großen fragenden Augen an.

Ich öffne die Tüte, wundere mich noch kurz über ihr Gewicht, greife hinein und werde schon stutzig als ich den Stoff ertaste. Lachend halte ich ein Bündel mit Jungenunterhosen in der Hand und entlocke meinem Mann ein riesiges Fragezeichen. Mir ist sofort klar, wessen Tüte ich da versehentlich nach Hause gebracht habe. Ach du meine Güte, ich weiß weder einen Namen ganz zu schweigen von einer Adresse, wie soll ich wieder an meine Dessous kommen, und die Unterhosen zu ihrem rechtmäßigen Besitzer?!

Die Tüte befördert noch einen Geldbeutel ans Tageslicht. Mit wenigen erklärenden Worten an meinen Mann öffne ich ihn, in der Hoffnung auf eine Visiten-, Versicherungskarte oder einen Ausweis. Na wer sagt es denn, von einem Personalausweis strahlt mir ihr sympathisches Lächeln entgegen. Der Rest ist ein Kinderspiel und kaum habe ich meinen Spruch auf ihrem Anrufbeantworter hinterlassen, klingelt auch schon mein Telefon. Lachend verabreden wir uns für den nächsten Abend in einem Restaurant, das etwa auf halber Strecke zwischen unseren  Wohnorten liegen dürfte. Ihre Stimme und ihr perlendes Lachen klingt mir noch immer im Ohr, als ich einen Tisch in dem Restaurant  reservieren lasse. Jetzt wird mir auch mein Stimmungswechsel schlagartig klar. Sie hat in mir mit ihrer Art, wie und was sie erzählt hat, den Eindruck hinterlassen, dass ich sie schon ewig kenne und ich beginne mich auf unser Treffen und weitere Gespräche morgen Abend zu freuen.

Überhaupt – wie lange war ich abends schon nicht mehr alleine weg? Ich lächle in mich hinein – keine Frage es wird allerhöchste Zeit, einmal wieder über den familiären Tellerrand hinauszuschauen. Dennoch ein unbekanntes aber keineswegs unangenehmes Gefühl, das ich noch immer nicht einordnen kann, ist in mir.

***

Lustvolle Schwere bricht sich in meinem Schoß Bahn. Ich spüre wie meine Schamlippen anfangen zu pochen, beginne mit meinem Becken leicht zu kreisen, lege meinen Kopf in den Nacken und genieße die warme Zunge an meiner Perle. Mein Atem geht schwer ich seufze. Meine Hände gleiten über meine Brüste an meinem warmen Körper hinunter, greifen in ihr langes Haar und kraulen ihr zärtlich den Kopf. Ich spüre wie mich ihre zärtlichen Zungen- und Lippenspielen immer näher zum Höhepunkt treiben…

…völlig verwirrt, eindeutig erregt und ziemlich desorientiert wache ich mitten in der Nacht auf. Ich habe geträumt. Ich habe von ihr geträumt. Es dauert einige Zeit bis ich wieder einschlafen kann.

***

Obwohl ich das vereinbarte Restaurant nicht kenne, und dazu noch einen miserablen Orientierungssinn habe, stehe ich tatsächlich zur ausgemachten Zeit an der Eingangstür. Klappernde Schritte nähern sich, als ich meinen Blick hebe sehe ich, wie sie mir mit wehenden Haaren, die Tüte in der einen Hand, eine Handtasche in der anderen, entgegenkommt. Wir begrüßen uns ausgiebig und herzlich, als würden wir uns ewig kennen, betreten das Lokal und lassen uns den Tisch zeigen. Die Auswahl für Getränke und Essen ist rasch getroffen und unser Gespräch knüpft mühelos an dem des Vortags an.

Wie schon gestern vergeht die Zeit beinahe unbemerkt. Mit der Dauer unserer Unterhaltung stellt sich heraus, dass wir wohl völlig verschiedene Lebenswege hinter uns haben, aber im Endeffekt am selben Punkt stehen. Unsere Partnerschaften sind gut aber die Luft ist irgendwie auf unerklärliche Weise raus. Ich staune immer wieder, wie viel ich in der kurzen Zeit, die wir uns kennen schon preisgegeben habe und im Gegenzug auch von ihr erfahre. Das unpersönliche „Sie“ ist längst einem vertrauten „du“ gewichen. Immer wieder beobachte ich ihre Gesten, mit denen sie ihre lebhafte Art unterstreicht. Ihre strahlenden Augen verraten südländisches Temperament, ihr Teint ist deutlich dunkler als meine winterliche Blässe. Aber es scheint auch etwas Unausgesprochenes zwischen uns zu stehen, das ich auch an diesem Abend noch nicht einordnen kann

 

Als ich das erste Mal auf die Uhr schaue, ist es schon kurz vor Mitternacht. Das Lokal hat sich schon ziemlich geleert und wir gehören zu den letzten Gästen. Die Bedienung bringt uns die Rechnung, wir vergewissern uns noch einmal, dass wir dieses Mal die richtigen Taschen in der Hand haben und machen uns auf den Weg zu unseren Autos. Schon beim ersten Schritt, den ich auf die Treppenstufen vor dem Restaurant mache, rutscht mein linker Fuß zur Seite und ich kann mich gerade noch mal so abfangen, ohne zu stürzen. Kichernd versuchen wir unseren Weg zum Parkplatz fortzusetzen. Es hat keinen Sinn. Jeder Schritt wird zum Abenteuer, es ist so kalt geworden, dass unser Atem in weißen Schwaden sichtbar wird und es nieselt harmlos vor sich hin, aber der Nieselregen ist auf dem kalten Boden sofort gefroren. Immer noch kichernd beschließen wir Arm in Arm wieder ins Restaurant zurückzukehren.

Eine Bedienung kommt uns entgegen und meint nur, sie hätten es eben in den Nachrichten gehört, dass sämtliche Straßen durch „Blitzeis“ spiegelglatt seien und es doch sehr gefährlich wäre jetzt fahren zu wollen. Wir schauen uns kurz fragend an – sollen wir die ganze Nacht oder zumindest bis ein Streudienst unterwegs war im Restaurant verbringen?

„Möglicherweise haben wir noch eines unserer Zimmer frei, soviel ich mitbekommen habe hat vorher ein Paar wetterbedingt bei uns abgesagt und sie werden erst am späten Vormittag anreisen. Wenn sie einen kleinen Augenblick warten frage ich kurz nach?“

Beinahe synchron nicken wir ihr zu. Ich wusste nicht, dass es hier auch Zimmer gibt. Es erscheint mir die vernünftigste Alternative zu sein, hier zu übernachten. Wenige Augenblicke und ein kurzes Telefonat nach Hause später, halte ich einen Zimmerschlüssel in der Hand und öffne die Tür zu einem kleinen aber zauberhaften Doppelzimmer.

 

Es ist nicht besonders luxuriös, aber sehr liebevoll eingerichtet. Ein französisches Bett steht in der Mitte, rechts und links davon jeweils eine kleine Ablage. Neben dem Kleiderschrank, den wir ja in Ermangelung jeglichen Gepäcks nicht brauchen werden, stehen ein niederer Glascouchtisch und zwei Sessel.

„Weißt du was, wir haben den ganzen Abend auf Alkohol verzichtet, wie wäre es, wenn wir uns noch eine kleine Flasche Rotwein gönnen?“ fragt sie mich den Telefonhörer schon in der Hand, die Finger an den Tasten.

„Oh, das halte ich für eine sehr gute Idee, dann können wir es uns ja noch gemütlich machen.“

Ich streife meine Schuhe ab und sinke in einen der Sessel. Sie setzt sich zu mir und meint es würde noch einen Augenblick dauern mit dem Wein, ob ich etwas dagegen hätte, wenn sie kurz unter die Dusche geht. Ich schüttle lächelnd den Kopf.

„Unter der Voraussetzung, dass du mir von dem heißen Wasser noch etwas übrig lässt, habe ich nicht den geringsten Widerspruch.“

Sie verschwindet leise summend im Bad und hinterlässt einen Hauch ihres äußerst angenehmen Parfums im Raum. Kurz darauf höre ich das Wasser rauschen und sie unter der Dusche singen.

Den Wein, der in der Zwischenzeit gebracht wurde, stelle ich auf dem Glastisch ab. Ihr Gesang ist verstummt, sie scheint fertig zu sein. Eine heiße Dusche ist genau das, was ich jetzt auch gebrauchen kann. Aus dem kleinen Bad kommt mir beim Öffnen der Tür Dampf, der meine Brille sofort beschlagen lässt, entgegen. Ich nehme sie ab und bemerke, dass sie doch noch nicht fertig geduscht hat. Ihre sehr weibliche Figur zeichnet sich hinter dem durchsichtigen Duschvorhang ab. Ich beobachte sie, wie sie das duftende Duschgel überall über ihren Rundungen mit kreisenden Bewegungen verteilt. Gerade als ich mich auf dem Weg hinaus mache höre ich sie sagen,

„ Komm doch rein und mach die Tür hinter dir zu, es zieht. Ich bin gleich fertig, du kannst sofort unter die Dusche hüpfen wenn du möchtest.“

Warum sollte ich auch wieder hinausgehen? Ich beobachte ihre geschmeidigen Bewegungen unter der Dusche und erwarte sie mit einem ausgebreiteten Badetuch. Sie hat eine ausgesprochen schöne, sehr weibliche Figur ein paar Blicke bleiben mir vergönnt bevor sie sich in das Tuch einhüllt. Solange sie sich abtrocknet, beginne ich damit mich auszuziehen, ich sehne die heiße Dusche herbei – auch um meine Gedanken wieder ein wenig zu sortieren. Die Stimmung zwischen uns beginnt, nicht zum ersten Mal, zu knistern und ich kann es noch nicht richtig einordnen, was da passiert zwischen uns.

 

Frisch geduscht, mit der wohlriechenden Lotion des Hotels eingecremt und in den zweiten der beiden Frotteebademäntel gehüllt setze ich mich zu ihr aufs Bett. Sie hat in der Zwischenzeit Gläser zu der Flasche gestellt und ich gieße schwungvoll von den tiefroten Wein ein, stoße mit ihr an und genieße die herbe Flüssigkeit. Völlig unerwartet beugt sie sich zu mir herüber. Ihr Kuss trifft meine Lippen. Mit vielem hätte ich gerechnet aber ganz gewiss nicht damit. Ich zögere einen winzigen Moment, die Gedanken schlagen Purzelbäume in meinen Kopf – worauf lasse ich mich da ein? Nach einem erfolglosen Versuch mein Gewissen zu befragen gebe ich ihren Lippen nach und öffne, noch zaghaft, meinen Mund. Unsere vorsichtigen aber neugierigen Zungen beginnen miteinander zu spielen, erst zärtlich dann heftiger. Es fühlt sich vieles so anders an, als ich es gewohnt bin. Ich spüre ihre Hand auf meinem Bauch und nur wenig später sinken unsere Bademäntel zu Boden. Die Lust aus meinem nächtlichen Traum, den ich bis dahin erfolgreich aus meinem Bewusstsein verdrängt habe, kehrt beinahe augenblicklich mit unseren ersten zaghaften Küssen und Berührungen zurück. Mein Herz schlägt einen Takt schneller und ich spüre wie mein Begehren nach mehr, nach ihren Händen, ihrem Mund, ihrer Zunge in mir erwacht. Eine süße Schwere breitet sich in mir aus, als ich mich auf den Rücken lege und meinen Körper hemmungslos ihren Blicken und Berührungen aussetze.

 

Gierig und doch sanft erkundet sie meinen Körper. Sie hat sich über mich gebeugt ihre langen Haare fallen in mein Gesicht, während zärtliche Finger über meine Schultern zu meinem Hals gleiten. Ich lasse die Augen geschlossen und sauge jede ihrer Berührungen begierig in mir auf. Sie hinterlässt an meinem Körper überall kleine prickelnde Stellen. Auf ihrem Weg hinunter zu meinen Schenkeln folgen ihre Haare den Spuren der Hände und ab und an streifen mich ihre vollen, weichen Brüste. Leises Seufzen entweicht meinen Lippen und ich gebe meine feuchte Lustgrotte frei, indem ich meine bisher geschlossenen Beine leicht spreize. Die Vorstellung, dass sie meinen bis auf einen schmalen Streifen glattrasierte Scham betrachtet und gleich erkunden wird lässt meine Erregung steigen. Sanfte Fingerspitzen zeichnen die Konturen meiner verbliebenen Schamhaare nach. Kurz hebe ich meinen Kopf aus dem Kissen und öffne meine Augen. Sie wendet sich zu mir und ihre funkelnden dunkelbraunen Augen halten meinem Blick spielend stand. Ich lächle sie an bevor ich mich wieder ihren Liebkosungen hingebe. Zunächst noch zögerlich lässt sie einen Finger in mein erwartungsvolles Inneres eintauschen und verteilt anschließend meinen Saft mit spielerischen kleinen Kreisen über meiner Klit. Ich hebe ihr mein Becken leicht entgegen um den Druck zu erhöhen. Im Wechsel tauchen ein, manchmal zwei Finger, in mich um kurz darauf erneut lustspendend meinen Saft zu verteilen. Irgendwann geht sie dazu über, langsam aber beständig zwei Finger in mich hinein- und wieder heraus gleiten zu lassen und währenddessen meine Perle mit ihrem Daumen zu massieren. Ich werde laut, geräuschvoll geht mein Atem – aber nein, ich möchte noch nicht kommen, schicke meine eigenen Hände auf die Wanderschaft vorbei an meinen Brüsten, mit ihren hart aufgerichteten Knospen, hinunter über meine Hüften und schiebe ihre Hand sanft aber mit Nachdruck zur Seite. Nun blicke ich verständlicherweise in zwei fragende Augen. Ich bedeute ihr sich seitlich neben mich zu legen, so dass mein Kopf auf Höhe ihrer erwachten Lust zu liegen kommt.

 

Was ich vorher ohne Brille und aus den Augenwinkeln beobachtet nur erahnen konnte, offenbart sich nun meinen wohlwollenden Blicken, sie ist im Gegensatz zu mir vollständig rasiert. Abermals spüre ich ihre liebevollen Berührungen, nun an der Innenseite meiner Schenkel, der Hauch ihres warmen Atems gesellt sich dazu.

Zunächst noch zögerlich lasse ich meine Hand über ihre Scham gleiten. Es ist ein völlig ungewohntes und doch bekanntes Gefühl. Zärtlich streichle ich ihre Schamlippen bevor ich sie leicht spreize. Keck reckt sich mir ihre Perle entgegen. Eine sehr direkte aber vorsichtige Berührung entlockt ihr ein wohliges Stöhnen. Sie scheint vor Lust zu zerfließen. Während ich sie weiterstreichle, wandere ich mit meinen Lippen lauter  kleine feuchte Küsse hinterlassend von ihrem Knie aus über die Innenseite ihres Schenkels. Ich kann ihre Lust riechen und schmecke sie gleich darauf als ich zum ersten Mal von ihrem Nektar koste. Zärtlich ziehe ich ihr Becken noch weiter zu mir und verwöhne ihre glatte, warm pochende Lustgrotte mit meiner Zunge. Abwechselnd knabbern meine Lippen an ihr, sauge ich ihre Schamlippen und ihre Perle ein und erkunde immer wieder mit meiner fordernden Zunge ihr heißes Inneres. Ihr Stöhnen erfüllt die lustvolle Atmosphäre unseres Zimmers.

 

Eine nicht minder aufregende Reise vollzieht ihr liebevoller Mund, der sich zunächst sanft dann fordernd zwischen meinen Schamlippen an sein äußerst reizvolles Werk macht und ich bin mit meiner Aufmerksamkeit immer wieder hin und her gerissen zwischen den völlig neuen Eindrücken, die sich mir eröffnen und den Reizen, die sie in mir erweckt. Meine Lust erreicht schnell wieder jene verrückte Höhe, die ich vorher unterbrochen habe. Als sich ihre warme Hand mit weit gespreizten Fingern über meinen Po, den Rücken hinauf und dann vor bis zu meinem Busen den Weg bahnt und kräftig massieren zupackt, ist es um meine Beherrschung geschehen. Ich löse meinen Mund von ihr, kann mich nicht mehr auf beides gleichzeitig konzentrieren und hebe ihr mein Becken atemlos entgegen. Meinen Kopf lege ich in den Nacken und nach nur wenigen weiteren gekonnten Reizen, die ihre Zunge um meine Klit auslöst und ihre Hand an meiner Brust fordernd multipliziert, strömen lustvolle Wellen durch meinen Unterleib. Mit heftigen rhythmischen  Zuckungen  entlädt sich meine Lust in einer selten erlebten Intensität und ich winde mich unter ihren nicht nachlassenden Berührungen.

 

Jegliches Gefühl für Zeit ist mir verloren gegangen – irgendwann drehe ich mich wieder auf den Rücken und entziehe mich ihr, um ein wenig zu Atem zu kommen. Langsam richte ich mich auf. Als sie es mir gleichtun möchte, drücke ich sie sanft aber sehr bestimmt an den Schultern wieder zurück aufs Bett. Ich knie mich neben sie und streiche ihre Haare aus dem Gesicht, beuge mich zu ihr hinunter, um ihr einen Kuss zu geben. Ich schmecke meine eigene Lust auf ihren Lippen, in ihrem Mund. Als sich unsere Lippen wieder voneinander lösen flüstere ich leise:

„Mach’ die Augen zu und entspann dich, lass dich einfach von mir verwöhnen.“

Und schon umschließe ich mit meinem Mund eine ihrer Brustwarzen, um diese ein zu saugen. Ihr lustvolles Stöhnen ertönt abermals. In totaler Entspannung und doch voller Erwartung überlässt sie sich meinen Liebkosungen. Mit beiden Händen erkunde ich ihre wohlgeformten vollen Brüste, ohne meine Lippen von ihr zu lösen. Weiche, weibliche Formen erschließen sich meinen in diesen Dingen unkundigen aber sehr neugierigen Fingern. Ich umfasse ihre Brüste und drücke sie zusammen um mit meiner Zunge abwechselnd zwischen ihren inzwischen hart aufgerichteten Knospen hin und her zu gleiten. Eine feuchte Spur zieht sich über ihre Brüst, als ich mich weiter auf den Weg nach unten mache. Ich lasse ihre Brüste los und gleite mit meinen Händen an den Seiten hinunter, um sie auf ihren Hüften liegen zu lassen. Mein Mund folgt über ihren Bauch bis zu ihrem Nabel. Kurz vergrabe ich meine Zungenspitze darin, bevor ich mich weiter hinunter zu ihren prallen Lippen vorarbeite. Sie hebt mir ihr Becken entgegen und ich lasse meine Zunge über ihre harte Perle tanzen.

 

Vorsichtig spreize ich ihr Schamlippen ein wenig, so dass sich ihre Klit vollends entfaltet und meine Liebkosungen kaum mehr gebremst werden. Ihr Seufzen begleitet meine Zungenreise und sie beginnt damit ihr Becken rhythmisch vor und wieder zurück zu bewegen. Eine Hand schiebe ich unter ihren Po, und unterstütze sie damit in ihrem  Auf und Abwiegen. Ich koste von ihren Lustsäften, verteile ihre Nässe genüsslich zwischen ihren Beinen. Mit meiner Hand umfasse ich einen ihrer Schenkel und schiebe ihr Bein nach oben, was sie zwar in ihren Bewegungen beieinträchtig, aber mir mehr Platz verschafft. Mein Mund hat von ihr abgelassen und ich beginne erneut damit erst meinen Zeigefinger, danach noch den Mittelfinger in ihrer Lustgrotte verschwinden zu lassen. Ich beuge mich wieder über sie, um meine Zunge auf ihrer Lustperle tanzen zu lassen. Mit der Hand, die ich bisher unter ihrem Po liegen hatte, streife ich über ihre Hüften hinauf bis ich ihre Brust erreiche. Überrascht ertaste ich dort ihre eigene Hand, schaue auf und mein Blick verweilt einen genüsslichen uns lustvollen Moment an ihren Brüsten, die sie zärtlich knetet und streichelt. Erneut beuge ich mich über sie um auch ihre Lust zum überschwappen zubringen. Abwechselnd ziehe ich mit meiner Zunge und unterschiedlichem Druck kleine Kreise im ihre Klit, um kurz darauf wieder mit meinen Lippen an ihr zu knabbern. Mein Mittelfinger, der bisher stetig in ihre Lustgrotte eintaucht, gleitet in einem verwegenen Ausflug über ihren Damm hinunter. Sanft massiere ich mit jeder Bewegung ihre Rosette ohne jedoch einzudringen. Sie wird lauter und ich setze mein reizvolles Spiel fort, bis sie unter lautem Stöhnen von ihrem Höhepunkt davon getragen wird. Ich spüre wie ihre Lustgrotte pulsiert und genieße ihre rhythmischen Zuckungen, bis sie weniger werden und schließlich wieder nachlassen.

 

Eine Weile bleiben wir noch sprachlos und sehr entspannt auf der Decke liegen. Unser Wein wartet noch darauf ausgetrunken zu werden. Wir stoßen noch einmal an, ihr vertrautes Lächeln springt mir entgegen:

„Wir sollten jetzt schlafen gehen, damit wir morgen auch rauskommen.“

Meint sie, begleitet von einem perlenden Lachen.

„Außerdem musst du mir morgen noch einen Gefallen tun.“

Fragend blicke ich in ihre funkelnden Augen.

„Ja, ich würde doch zu gerne die Korsage noch an dir sehen – sie wird dir sicher umwerfend stehen.“

Lachend verspreche ich es, krabble müde und angenehm gesättigt von ihren Zärtlichkeiten, überflutet mit wohligen Gefühlen, unter die Bettdecke. Aneinander gekuschelt schlafen wir ein.

 

(c) nightangel & Franka 2004